14.11.2025 17:00 | Neue Osnabrücker Zeitung | Presseschau
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0 Bewertung(en) Bewertung schreibenKinderhilfswerk warnt vor Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche
Osnabrück (ots) -
Pauschale Verbote würden Recht auf Teilhabe und Aufbau von Medienkompetenz verhindern - "Pädagogisch zu kurz gegriffen"
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt entschieden vor einem pauschalen Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Geschäftsführer Kai Hanke: "Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche und stehen in krassem Widerspruch zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Recht auf digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz. Ist das notwendige Mindestalter dann erreicht, sind die jungen Menschen wieder denselben Mechanismen unterworfen, allerdings ohne zuvor Medienerfahrungen mit den Risiken der Nutzung gesammelt zu haben und dann umso anfälliger für ihre Wirkung." Ein Verbot sei "pädagogisch zu kurz gegriffen" und könne zudem zu einer weiteren Benachteiligung von jungen Menschen aus bildungsfernen Familien beitragen. "In unserer zunehmend digital geprägten Lebenswelt dürfen Kinder und Jugendliche nicht außen vor bleiben. Wir brauchen kindgerechte digitale Rückzugsräume und konsequente Ansätze für die Vermittlung von Medienerziehungskompetenz an Eltern schon im frühkindlichen Bildungsbereich", fordert Hanke.
Zuletzt hatte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) einen wirksameren Kinder- und Jugendschutz in sozialen Netzwerken angemahnt. Alle bisherigen Regeln und Gesetze schützten zu wenig oder gar nicht, sagte die Ministerin bei einer CDU-Veranstaltung zu dem Thema. Unter anderem forderte sie jeglichen Verzicht auf Medien in den ersten drei Lebensjahren und schloss sich damit der Kampagne "Bildschirmfrei bis drei" von Kinder- und Jugendärzten an. Die bundesweite Elterninitiative "Smarter Start", die 250.000 Unterschriften für eine Petition im Bundestag gesammelt hat, möchte ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für soziale Medien einführen. Als Vorbild gilt etwa Australien, das ab Dezember ein solches Verbot umsetzen will.
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt nun vor einer sich "immer weiter verkürzenden Debatte um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche". Stattdessen bräuchte es "differenzierte Begriffe von Angeboten Sozialer Medien und wir brauchen vor allem ein differenziertes, altersgerechtes Angebot zur digitalen Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen". "Pauschale Medienverbote könnten zwar den Zugang zu riskanten Online-Räumen erschweren, doch ein kompetenter und sicherer Umgang wird nur in der aktiven Nutzung junger Menschen erlernt", sagte Hanke. Die Kinderrechtsorganisation sehe zwar auch, dass ein grundsätzlicher Regulierungsbedarf besteht. "Hier könnten eigenständige Europäische Plattformen, die nicht den Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie unterliegen, eine Lücke schließen, die durch eine Zugangsbeschränkung zu sozialen Medien entstehen würde", so die Forderung. Jede Entscheidung für ein Verbot sozialer Meiden würde junge Menschen in ihrem Recht auf den Zugang zu Medien beschneiden.
+++
Das Zitat von Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, im Wortlaut:
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt vor einer sich immer weiter verkürzenden Debatte um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche. Wir brauchen differenzierte Begriffe von Angeboten Sozialer Medien und wir brauchen vor allem ein differenziertes, altersgerechtes Angebot zur digitalen Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen. Pauschale Medienverbote können zwar den Zugang zu riskanten Online-Räumen erschweren, doch ein kompetenter und sicherer Umgang wird nur in der aktiven Nutzung junger Menschen erlernt. Als Kinderrechtsorganisation sehen wir natürlich auch, dass Kinder- und Jugendschutz den Geschäftsmodellen großer Plattformen in vielen Fällen entgegenstehen und damit einhergehend ein grundsätzlicher Regulierungsbedarf besteht, um dieses Missverhältnis zu ändern. Hier könnten eigenständige Europäische Plattformen, die nicht den Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie unterliegen, eine Lücke schließen, die durch eine Zugangsbeschränkung zu sozialen Medien entstehen würde. Denn jede Entscheidung für ein Verbot sozialer Medien für junge Menschen muss im Auge haben, dass diese damit in ihrem Recht auf den Zugang zu Medien, auf Beteiligung an Politik, Kultur und Bildung beschnitten würden.
Die sozialen Medien und wie sie heute den Alltag junger Menschen prägen sind eine große Herausforderung für den Kinder- und Jugendmedienschutz. Einerseits stellen sie einen zentralen Ort sozialen Austausches und der Freizeitgestaltung dar, andererseits sind sie gespickt mit Anreizen zur Risikonutzung und unzureichenden Vorsorgemaßnahmen für junge Nutzergruppen. Die vielerorts geforderten Verbote greifen jedoch erheblich in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ein, ohne Alternativen aufzuzeigen oder gar Kinder und Jugendliche in die Entwicklung von Regulierungsansätzen einzubinden. Verbote würden die positiven sozialen Kommunikationswege in diesem Bereich abschneiden und Kindern einen Rückzugsort ihrer Lebenswelt ohne angemessenen Ersatz nehmen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert daher auch die verbindliche Einbindung der Interessen von Kindern und Jugendlichen bei Fragen des Kinder- und Jugendmedienschutzes, und zwar gemäß geltender Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung, wie sie sich in langjähriger Praxis der Kinder- und Jugendarbeit bewährt haben.
Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche und stehen in krassem Widerspruch zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Recht auf digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz. Ist das notwendige Mindestalter dann erreicht, sind die jungen Menschen wieder denselben Mechanismen unterworfen, allerdings ohne zuvor Medienerfahrungen mit den Risiken der Nutzung gesammelt zu haben und dann umso anfälliger für ihre Wirkung. Das ist pädagogisch zu kurz gegriffen und kann zudem zu einer weiteren Benachteiligung von jungen Menschen aus bildungsfernen Familien beitragen. In unserer zunehmend digital geprägten Lebenswelt dürfen Kinder und Jugendliche nicht außen vor bleiben. Wir brauchen kindgerechte digitale Rückzugsräume und konsequente Ansätze für die Vermittlung von Medienerziehungskompetenz an Eltern schon im frühkindlichen Bildungsbereich.
+++
rl
Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion
Telefon: +49(0)541/310 207
Original-Content von: Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Pauschale Verbote würden Recht auf Teilhabe und Aufbau von Medienkompetenz verhindern - "Pädagogisch zu kurz gegriffen"
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt entschieden vor einem pauschalen Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte Geschäftsführer Kai Hanke: "Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche und stehen in krassem Widerspruch zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Recht auf digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz. Ist das notwendige Mindestalter dann erreicht, sind die jungen Menschen wieder denselben Mechanismen unterworfen, allerdings ohne zuvor Medienerfahrungen mit den Risiken der Nutzung gesammelt zu haben und dann umso anfälliger für ihre Wirkung." Ein Verbot sei "pädagogisch zu kurz gegriffen" und könne zudem zu einer weiteren Benachteiligung von jungen Menschen aus bildungsfernen Familien beitragen. "In unserer zunehmend digital geprägten Lebenswelt dürfen Kinder und Jugendliche nicht außen vor bleiben. Wir brauchen kindgerechte digitale Rückzugsräume und konsequente Ansätze für die Vermittlung von Medienerziehungskompetenz an Eltern schon im frühkindlichen Bildungsbereich", fordert Hanke.
Zuletzt hatte Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) einen wirksameren Kinder- und Jugendschutz in sozialen Netzwerken angemahnt. Alle bisherigen Regeln und Gesetze schützten zu wenig oder gar nicht, sagte die Ministerin bei einer CDU-Veranstaltung zu dem Thema. Unter anderem forderte sie jeglichen Verzicht auf Medien in den ersten drei Lebensjahren und schloss sich damit der Kampagne "Bildschirmfrei bis drei" von Kinder- und Jugendärzten an. Die bundesweite Elterninitiative "Smarter Start", die 250.000 Unterschriften für eine Petition im Bundestag gesammelt hat, möchte ein gesetzliches Mindestalter von 16 Jahren für soziale Medien einführen. Als Vorbild gilt etwa Australien, das ab Dezember ein solches Verbot umsetzen will.
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt nun vor einer sich "immer weiter verkürzenden Debatte um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche". Stattdessen bräuchte es "differenzierte Begriffe von Angeboten Sozialer Medien und wir brauchen vor allem ein differenziertes, altersgerechtes Angebot zur digitalen Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen". "Pauschale Medienverbote könnten zwar den Zugang zu riskanten Online-Räumen erschweren, doch ein kompetenter und sicherer Umgang wird nur in der aktiven Nutzung junger Menschen erlernt", sagte Hanke. Die Kinderrechtsorganisation sehe zwar auch, dass ein grundsätzlicher Regulierungsbedarf besteht. "Hier könnten eigenständige Europäische Plattformen, die nicht den Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie unterliegen, eine Lücke schließen, die durch eine Zugangsbeschränkung zu sozialen Medien entstehen würde", so die Forderung. Jede Entscheidung für ein Verbot sozialer Meiden würde junge Menschen in ihrem Recht auf den Zugang zu Medien beschneiden.
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Das Zitat von Kai Hanke, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, im Wortlaut:
Das Deutsche Kinderhilfswerk warnt vor einer sich immer weiter verkürzenden Debatte um Social-Media-Verbote für Kinder und Jugendliche. Wir brauchen differenzierte Begriffe von Angeboten Sozialer Medien und wir brauchen vor allem ein differenziertes, altersgerechtes Angebot zur digitalen Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen. Pauschale Medienverbote können zwar den Zugang zu riskanten Online-Räumen erschweren, doch ein kompetenter und sicherer Umgang wird nur in der aktiven Nutzung junger Menschen erlernt. Als Kinderrechtsorganisation sehen wir natürlich auch, dass Kinder- und Jugendschutz den Geschäftsmodellen großer Plattformen in vielen Fällen entgegenstehen und damit einhergehend ein grundsätzlicher Regulierungsbedarf besteht, um dieses Missverhältnis zu ändern. Hier könnten eigenständige Europäische Plattformen, die nicht den Zwängen der Aufmerksamkeitsökonomie unterliegen, eine Lücke schließen, die durch eine Zugangsbeschränkung zu sozialen Medien entstehen würde. Denn jede Entscheidung für ein Verbot sozialer Medien für junge Menschen muss im Auge haben, dass diese damit in ihrem Recht auf den Zugang zu Medien, auf Beteiligung an Politik, Kultur und Bildung beschnitten würden.
Die sozialen Medien und wie sie heute den Alltag junger Menschen prägen sind eine große Herausforderung für den Kinder- und Jugendmedienschutz. Einerseits stellen sie einen zentralen Ort sozialen Austausches und der Freizeitgestaltung dar, andererseits sind sie gespickt mit Anreizen zur Risikonutzung und unzureichenden Vorsorgemaßnahmen für junge Nutzergruppen. Die vielerorts geforderten Verbote greifen jedoch erheblich in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ein, ohne Alternativen aufzuzeigen oder gar Kinder und Jugendliche in die Entwicklung von Regulierungsansätzen einzubinden. Verbote würden die positiven sozialen Kommunikationswege in diesem Bereich abschneiden und Kindern einen Rückzugsort ihrer Lebenswelt ohne angemessenen Ersatz nehmen. Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert daher auch die verbindliche Einbindung der Interessen von Kindern und Jugendlichen bei Fragen des Kinder- und Jugendmedienschutzes, und zwar gemäß geltender Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung, wie sie sich in langjähriger Praxis der Kinder- und Jugendarbeit bewährt haben.
Pauschale Verbote entmündigen Kinder und Jugendliche und stehen in krassem Widerspruch zu ihrem in der UN-Kinderrechtskonvention garantierten Recht auf digitale Teilhabe sowie den Aufbau von Medienkompetenz. Ist das notwendige Mindestalter dann erreicht, sind die jungen Menschen wieder denselben Mechanismen unterworfen, allerdings ohne zuvor Medienerfahrungen mit den Risiken der Nutzung gesammelt zu haben und dann umso anfälliger für ihre Wirkung. Das ist pädagogisch zu kurz gegriffen und kann zudem zu einer weiteren Benachteiligung von jungen Menschen aus bildungsfernen Familien beitragen. In unserer zunehmend digital geprägten Lebenswelt dürfen Kinder und Jugendliche nicht außen vor bleiben. Wir brauchen kindgerechte digitale Rückzugsräume und konsequente Ansätze für die Vermittlung von Medienerziehungskompetenz an Eltern schon im frühkindlichen Bildungsbereich.
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